Engel Träume – Eine Weihnachtsgeschichte

Andrea Großmann

ha participado en el Festival intercultural de Literatura 2017 en la ciudad de Würzburg, Baviera.

Recientemente acaba de ser publicada su libro „Engel Träume – Eine Weihnachtsgeschichte“.

 

Es war einmal ein kleiner Engel, der sich im Himmel furchtbar langweilte.

Als er so von einer Wolke zur nächsten flog, immer auf der Suche nach neuen Abenteuern, fiel sein Blick auf die Erde……..

……….Da staunte der kleine Engel nicht schlecht, als er auf die Erde kam.

Das war ja in Wirklichkeit noch viel aufregender, als es vom Himmel aus zu sehen war!

Der kleine Engel verbrachte die nächsten Monate mit Beobachten, Ausprobieren, Zuhören und Lernen von den Menschen. Seine Zeit war ausgefüllt mit dem Sammeln von neuen Eindrücken und Entdeckungen.

So verging Monat um Monat und irgendwann kam der kleine Engel an einen Punkt, an dem sich ein eigenartiges Gefühl bei ihm einschlich…….

Was war das nur? Egal was er machte, was er ausprobierte, was er aß, ja selbst wenn er schlief, spürte er ein eigenartiges Ziehen um sein Herz herum.

Ja, er verlor sogar die Freude an den Dingen, die ihn ein paar Tage zuvor noch glücklich gemacht hatten. Tiefe Traurigkeit überfiel ihn. Seine Flügelchen, die sonst immer ganz aufgeregt hin- und herschwirrten, hingen traurig am Rücken

herunter. Selbst das süße, leckere Menschenessen schmeckte nicht mehr, kein Abenteuer lockte ihn aus seinem Winkel hervor.

Als er so in Gedanken versunken durch die Straßen wandelte und sich irgendwann in einem Café unbemerkt zu ein paar Menschen setzte, die sich unterhielten, schnappte er so Wörter auf wie

– alleine, einsam, fremd, anders –

 Diese Worte berührten den kleinen Engel tief und er merkte, dass er diese Worte entschlüsseln musste, weil die in seinem Engelwortschatz nicht vorkamen.

Er machte sich sofort auf den Weg und er wusste auch schon wohin. Denn er hatte herausgefunden, dass die Menschen ihr ganzes Wissen in Büchern sammelten und diese waren in einem Haus namens Bibliothek untergebracht.

Und wenn ein Engel etwas gut konnte, dann war es nicht nur von Wolke zu Wolke fliegen, Halleluja singen und die Menschen beschützen. Nein, Lesen war eines der Hauptfächer in der Engelschule. Denn schließlich mussten sie ja die Texte ihrer Lieder lesen und das Wort Gottes verkünden können, wenn sie groß genug waren, um sich auf der Erde unter die Menschen zu mischen.

Also nichts wie ab in die Bücherei. Es dauerte auch gar nicht lange, bis der kleine Engel die gesuchten Wörter entziffern konnte.

Und ja – es war wie eine Offenbarung – genau das war es – das war es, was er fühlte, was ihm das Herz so zuschnürte – er war einsam!

Ihm fehlte ein anderer kleiner Engel, mit dem er die Tage verbringen konnte.

Der mit ihm lachte und weinte, mit dem er Engelstreiche spielen konnte.

Ach ja, wie schön musste es sein, einen kleinen Engel an der Seite zu haben!….

Grossmann

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